Club Papierfabrik | Köln Ehrenfeld 2010-2011
# Infos Papierfabrik Köln Ehrenfeld
Am 31.12.2009 stieg die erste Partynacht im neuen Club Papierfabrik Ehrenfeld. Damals feierten ca. 1000 Besucher die Rhythmusgymnastik Party während nebenan im Sensor Club die indie Fresse Party wütete. Danach hatte sich die Papierfabrik Köln Ehrenfeld zu einer beliebten Szenelocation gemausert und das alles mehr oder weniger nur über Mundpropaganda und die berüchtigten Internetnetzwerke. Ins Leben gerufen wurde die Papierfabrik von Roland Schmitz, Boris Witschke und Marco Zimmermann. Man wollte die großen Hallen neben dem Sensor Club nicht ungenutzt rumstehen lassen.
Die alte Fabrikhalle war recht spartanisch eingerichtet, hatte hohe Decken und man konnte sich gut verlaufen, weil der Club sehr groß war. Über den riesigen Eingangsbereich erreichte man den ersten großen Floor. Von da aus ging es dann durch den Chill-Out-Getränke-holen-Raum auf den zweiten kleineren Floor. Wer für einen gelungenen Abend sehr viel Wert auf eine angenehme Klimatisierung, selektierende Türsteheraffen im eingerollten roten Teppich sowie stilvoll eingerichtete Nappaleder-Loungeecken legt, war in der Papierfabrik Köln Ehrenfeld vielleicht nicht so gut aufgehoben. Hier feierte der Untergrund, hier war es hart und schön, ehrlich, kraftvoll und pragmatisch. Die Partys, DJs und Acts standen im Mittelpunkt, der Sound war gut, die Lichtanlage überzeugte, Kunst gab es in allen Ecken, Alkohol war auch vorhanden. Was wollte man mehr?
Es war eine schöne Zeit, als Papierfabrik, Sensor Club, Barinton und Werkstatt den Grünen Weg zu einer alternativen Partymeile machten und legendäre kulturelle Happenings stattfanden. Doch der Stadt Köln und der Baugesellschaft GAG war das bunte Treiben ein Dorn im Auge. Zu viele Feierwütige sorgten anscheinend für zu viel Lärm. Daher wurde den Betreibern im Rahmen der Gentrifizierungspläne des Szenestadtteils Ehrenfeld zum 30.03.2011 gekündigt und die Papierfabrik und der Sensor Club unter dem Vorwand dort Wohn- und Büroräume bauen zu wollen in Rekordgeschwindigkeit abgerissen. Nun wachsen dort für die nächsten Jahre Obstbäme im Rahmen der Initiative "Urbane Agrikultur" und es herrscht wieder Ruhe. Nur der Bau von Wohnungen und Büros findet interessanterweise erst einmal nicht statt. Wer braucht schon Kulturveranstaltungen, wenn er Obst essen kann?
Aber es gibt auch Licht am Ende des Tunnels. Der ebenfalls geplante Abriss des Undergrounds konnte durch die Bürgerinitiative Heliosgelände zunächst einmal abgewendet werden. Die Kolbhallen existieren noch und die Jack In The Box Hallen dürfen auch ab und zu unter strengen Auflagen einen Flohmarkt veranstalten. Neben dem Odonien wurde der Geheimtipp Schrebergarten eingeweiht, einem Fusion-Festival ähnlichem Gelände für die Freunde der elektronischen Tanzmusik und seit dem 01.09.2011 befindet sich auf der Venloer Str. das » e-feld «.
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